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Mit 125 Jahren ist die Feuerwehr Weixdorf bei weitem nicht die älteste Wehr in unserer Region. Jedoch spielt das Alter nicht die tragende Rolle, vielmehr gefragt ist heute der Stand der Ausbildung und der Technik. In der heutigen Zeit bekommt die Feuerwehr eine Vielzahl von Aufgaben übertragen an die vor 125 Jahren nicht zu denken war. Die Anforderungen sind weitaus vielfältiger geworden und beschränken sich nicht mehr nur auf Brände oder Umweltkatastrophen wie z.B. Hochwasser. Das Einsatzbild der Feuerwehren prägen heute mehr und mehr technische Hilfeleistungen, Verkehrs- und Umweltunfälle.

 Erwarten Sie in meinen nun folgenden Bericht keine vollständige Chronologische Aufarbeitung der Geschichte unserer Feuerwehr. Wie sich die Situation der Wehr in früheren Jahrzehnten darstellte, lässt sich anlässlich des Jubiläums nicht im Detail rekonstruieren, denn die Unterlagen und Erinnerungen, die sich erhalten haben, sind lückenhaft und reichen dazu bei weitem nicht aus.

Feuerwehren gehören zum Allgemeingut einer jeden selbstbewussten Gemeinde. Auch unsere Vorfahren machten sich diesen Vorsatz zu Eigen. Schon 1886 schlossen sich unsere Väter in der Pflichtfeuerwehr zusammen. Was vorher einem gemeinschaftlichen Selbstschutz diente, wurde jetzt durch die Gründung der Pflichtfeuerwehr durch Erfassung aller männlichen Einwohner zum Dienst eines jeden zum Wohle der Gemeinschaft.

Die Schaffung einer Feuerwehr wurde immer dringlicher. Bei Bränden fühlte sich keiner verantwortlich und andere Wehren aus den Nachtbarorten brauchten zu lange, bis sie den Brand erreichten, um noch etwas retten zu können. Das Wasser konnte nicht wie heute aus Hydranten entnommen werden. Die Wasserleitung war erst im Bau und das Wasser musste von Brunnen oder Teichen herangekarrt werden. In der Gemeinderatssitzung von 1885 wurde beschlossen, die nötigen Maßnahmen zur Bildung einer Pflichtfeuerwehr in Lausa zu treffen. Es wurde eine Feuerlöschordnung für die Gemeinde Lausa / Friedersdorf entworfen

Der Beschluss dazu erfolgte 1886 und verpflichtete alle geeigneten männlichen Einwohner zwischen dem 18. – 40. Lebensjahr beim Ausbruch eines Brandes zur Hilfeleistung.

So waren Personen für folgenden Tätigkeiten im voraus zu benennen:

·          „Sturmläuten“

·          „Feueransagen“: Melder („Feuerläufer“) zu den benachbarten Gemeinden

·          „Löschmannschaften“ zum Bedienen der Feuerspritzen, Mannschaften aus der Altersklassen vom 18. – 34. Lebensjahre

·          „Arbeitsmannschaften“ zum Bedienen der Feuerleitern, Hacken und sonstigen Werkzeuge zum Einlegen und Einreißen, Mannschaften aus der Altersklassen vom 35. – 37. Lebensjahre

·          „Rettungs- und Sicherungsmannschaften“, die Mensch, Tier und Sachwerte, Mannschaften der 3 übrigen Jahrgängen.

zu retten und letztere auch zu bewachen hatten

Befreit vom Dienst waren körperlich und gesundheitlich Ungeeignete oder Personen mit zwingenden, nachgewiesenen Gründen, ferner Geistliche, Ärzte und königliche Beamte. Wer nicht erschien wurde dem Gemeindevorstand gemeldet und nach dem Grade der Verschuldung mit 30 Reichsmark bestraft. Diese Pflichtfeuerwehr trug damals keine Uniform, sondern war durch ein Ausweisschild gekennzeichnet. Jeder Angehörige dieser Wehr musste bei ausbrechendem Feuer mit einem Eimer erscheinen, der zur Brandstelle mitgenommen wurde.

Darüber hinaus waren Pferdehalter verpflichtet, zu genau festgelegten Zeiten Gespanne bereitzuhalten um die Feuerwehrspritze zu transportieren, die erstmals 1757 urkundlich in den  Weixdorfer Kirchenbüchern erwähnt wurde und bis ins 19. Jahrhundert in der Kirche untergestellt war. Das benötigte Wasser wurde von dem Gespannhaltern in Holzfässern aus den Teichen in Friedersdorf, Lausa und Weixdorf geholt und zur Brandstelle transportiert. Die vorhandene Spritze war eine Druckpumpe ohne Saugschlauch und musste daher durch Hineinfüllen des mitgebrachten Wassers mittels der Eimer gespeist werden. War es erforderlich, wurde diese Pflichtfeuerwehr auch in den benachbarten Gemeinden (Hermsdorf, Schönborn, Langebrück, Klotzsche, Rähnitz, Volkersdorf, Bärnsdorf, Marsdorf, Medingen, Cunnersdorf, Ottendorf, Groß- und Klein Okrilla und Grünberg) eingesetzt. Für Feuer-Löschzwecke waren für jeden Bauernhof vorgeschrieben: eine Leiter, eine Handspritze, ein Feuereimer und eine Laterne.

Die Freiwillige Feuerwehr entstand ...

Durch den im Jahre 1884 vollzogenen Eisenbahnanschlusses und die im Laufe der Zeit zusammengewachsenen Orte Weixdorf und Gomlitz vereinigten sich am 01. Juli 1914 mit dem Kirchdorf Lausa / Friedersdorf. Mit der Vereinigung ging die Einwohnerzahl der Gemeinde auf 3647 sprunghaft hoch. Nach Überwindung verschiedener Schwierigkeiten, die sich in den Weg stellten, kam es am 13. Juli 1931 zur Gründung der "Turner-Feuerwehr Lausa". Wohl keiner der Gründer hatte damals geahnt, zu welch segensreicher Einrichtung damit der Grundstein gelegt wurde.

Freiwillige Feuerwehr Lausa – 1932 vorm Steigerturm

Die so entstandene Gemeinde hieß zunächst – nach dem größten und bedeutsamsten dieser Dörfer – Lausa, bis im Jahre 1938 zur Zeit des Nationalsozialismus dieser ursprünglich slawische Ortsname durch das deutschstämmige Weixdorf offiziell gestrichen wurde. Seit 1965 gehört noch die Gemeinde Marsdorf mit zum Ortsteil Weixdorf und wurde mit diesem am 1. Januar 1999 nach Dresden eingemeindet und firmiert seitdem als Ortschaft Weixdorf.

Im Jahr 1932 wurde der Steigerturm für 1000 Mark in der Moritzburger Straße 15 hinter dem ehemaligen Gasthof zum Grünen Baum errichtet. Finanziert wurde der Turm vom Gasthofbesitzer Max Leuschner.

Da sich vor 1933 in Weixdorf keine Sirenen befanden, erfolgte die Alarmierung durch Hornisten. Zuständig für Lausa war Helmut Rensch, für Friedersdorf Robert Richter, für Weixdorf Richard Grösche und für Gomlitz Richard Schütze. 1934 wurden 2 Hörner, 60m Schläuche für den Schlauchwagen, Hackengurte und 2 Gasschutzmasken gekauft. Um die vorhandene Ausrüstung der Wehr zu vervollständigen, wurde die Handdruckspritze durch einen Tragkraftspritzenanhänger vom Typ der Firma Flader ersetzt. Die Motorspritze TS6 wurde von der Firma E. C. Flader aus Jöhstadt in Sachsen hergestellt. Diese wurde von der Badekasse finanziert. Weiterhin wurden neue Uniformen angeschafft die bis Kriegsende bestand hatten. Es waren alte, abgelegte der Feuerwehr Freital / Döhlen. Weiterhin wurde ein Schlauchwagen für 25 Reichsmarkt und 2 Hakenleitern für je 10 Reichsmarkt ebenfalls aus Freital gekauft.

 

 Mit dem Jahr 1937 begann die Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehr Weixdorf. Die Gemeindeverwaltung mit Unterstützung der einheimischen Industrie kaufte einen PKW Daimler Benz Sechsitzer als Zugfahrzeug für den Tragkraftspritzenanhänger und ein Achtsitzer für die Mannschaft hinzu.

 

07.09.1937 wurde eine Feuerwehrkapelle in Lausa / Weixdorf gegründet und am 03.06.1938 wurden die ersten Feuerwehrausweise mit Lichtbilder den Kameraden übergeben.

Durch permanente Mängel am alten Feuerwehrauto, kaufte die Gemeinde am 29.12.1958 aus dem VEB Bergbau „Glückauf“ Puschwitz Kreis Bautzen der Feuerwehr ein Lkw Opel – Blitz 3,6 Baujahr 1939. Dieser wurde 1959 durch die Firma Karosserie und Wagenbau Thalheim zum Löschgruppenfahrzeug umgebaut. 1974 bekam die FFw Weixdorf einen S4000 -1 Schlauchwagen von der BF Dresden, Baujahr 1960. Der Aufbau des Opel–Blitz und des Schlauchwagens wurde Anfang 1975 durch die Firma Thalheim getauscht. Das oben genannte Fahrzeug stand bis 1995 im Einsatzdienst. 

1939 brach der zweite Weltkrieg aus und viele Kameraden wurden eingezogen. Durch die Bildung einer Jugendfeuerwehr im Jahr 1942 / 43 und die Dienstverpflichtung von Männern, welche vom Wehrdienst freigestellt waren, wurde versucht die Einsatzbereitschaft zu sichern. 1937 wurde der alte Wehrleiter durch die NSDAP abgesetzt und bis 1945 Herr Bernstein zum Wehrleiter bestimmt. Die Sirenen in Dresden und in der Umgebung durften nur noch bei Fliegeralarm benutzt werden, die Wehr wurde wieder, wie früher, mit Signalhörnern durch Hornisten alarmiert. Eine Anweisung aus dem Jahre 1941 lautete: „Feuerwehr hat die Pflicht, sich bei Fliegeralarm am Gemeindeamt zu stellen, bei eventuellen Angriff auf Dresden wird die Wehr zur Hilfeleistung verpflichtet und hat sich in der Feuerwache Katharinstraße zu melden. Zur Zeit der großen Luftangriffe am 13./14. Februar 1945 kam die alarmierte Wehr in Dresden Hechtstraße zum Wohnungsbrand zum Einsatz. In den letzten Kriegstagen wurde ein Feuerwehrfahrzeug durch die Truppen der Roten Armee entwendet.

 


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